Vereinsmeier

Josef Bitzinger und Walter Kutscher (v.r.n.l) bei der Übernahme
der Leitungsfunktion im Wiener Sommelierverein vom scheidenden Obmann.

Gelingen sollte im Verein,
was besser geht, als wenn allein.

Vereine fördern das freiwillige Engagement für gemeinsame Interessen. Manche schütteln zwar den Kopf über die mehr als hunderttausend Präsidenten, Vizepräsidenten, Schriftführer und Kassiere, die sich in ebenso vielen Vereinen in Österreich angeblich wichtig machen. Aber die im Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger verankerte Freiheit, Vereine zu bilden, ist dennoch eine große Errungenschaft der sogenannten Dezemberverfassung aus dem Jahr 1867 (sic!).

Mein erster „Verein“ trug dieser Errungenschaft nicht Rechnung. Er entstand in den 1960-er Jahren aus Jux und Tollerei, er war auch nicht bei der Behörde angemeldet: Eine Gruppe von sportlich Untalentierten der ersten Oberstufenklasse des damals neu gegründeten Musikgymnasiums in der Wasagasse fand sich allwöchentlich zu einem Treffen zusammen. Da die Turnstunde um acht Uhr in der Früh angesagt war, trafen wir einander kurz nach sieben im Café Votiv, spielten Karten und tranken nicht nur Café, sondern auch weißen Spritzwein. Um diesen Treffen einen Hauch von Wichtigkeit zu geben, nannten wir uns Mitglieder des Anti-Turnervereins.

Zu unserem Mangel an sportlichem Ehrgeiz kam hinzu, dass der Turnlehrer kein wie immer geartetes Talent hatte, etwas daran zu ändern. So ignorierten wir sein schrilles Pfeiferl und hatten auch noch Spaß daran.

Es blieb kein Geheimnis, dass ich der Anführer der schmächtigen Truppe war. Dafür revanchierte sich der Turnlehrer und strafte mich im Maturazeugnis mit der Note 4 im Fach Leibesübungen, wie nachstehender Auszug belegt. Mit der Reifeprüfung war natürlich auch Schluss mit den morgendlichen Treffen des Schülerclubs im Café Votiv.

Alle anderen Vereine, an denen ich später mitarbeitete oder selbst gründete, waren dagegen behördlich angemeldet, so wie es sich gehört.

Studentenvertretung

Die in den 1970-er Jahre im Zuge der Universitätsreform neu organisierten Studienkommissionen, die zu einem Drittel von Mandataren der Studienrichtungsvertretung besetzt waren, sind formal zwar keine Vereine, ich erwähne sie an dieser Stelle dennoch, weil ich während des Studiums der Chemie viel Zeit und Engagement für die Arbeit als Studentenvertreter aufgewendet hatte und sie nicht weit weg von einer Vereinstätigkeit war – Näheres dazu in den Kapiteln „Chemiker“ und „Aufmüpfiger“.

Ernährungsforschung

Während meiner Anstellung in der Bundeswirtschaftskammer war ich in der etablierten Österreichischen Gesellschaft für Ernährung tätig. Sie widmete sich fachlichen Themen, gab eine Zeitschrift heraus und veranstaltete Tagungen und Symposien (siehe dazu den Beitrag Kämmerer).

Darüber hinaus war im Umfeld des Nahrungsmittelverbandes auch eine Gesellschaft für zeitgemäße Ernährung aktiv, die ich gemeinsam mit Gertrud Fitzner, Obfrau des Verbands der Diätassistentinnen, initiierte und betreute. In dieser Zeit hatte ich auch einen Gewerbeschein für Ernährungsberatung.

Club de la Sommellerie

Mein Dasein als Wirt rückte Weine und Destillate in den Fokus. Im Jahr 1993 kam ein Kontakt mit Rudolf Kellner vom renommierten Restaurant Altwienerhof zustande. Er war führendes Mitglied im Club de la Sommellerie, den es schon seit geraumer Zeit gab. Mit dabei waren ursprünglich Adi Werner, Rudolf Kellner und Heinz Reitbauer. Der Club war bei der internationalen Vereinigung A.S.I. als Vertreter von Österreich akkreditiert (siehe https://asi.info).

Aus mir nicht bekannten Umständen hatte ein internes Zerwürfnis zur Trennung des Clubs in einen „Club-West“ (mit Adi Werner am Arlberg) und einen „Club-Ost“ (mit Rudolf Kellner & Co in Wien) geführt; der Club Ost blieb bei der A.S.I. akkreditiert.

Patron Kellner ersuchte mich, den Club de la Sommellerie zu organisieren und so war ich bis 1995 der Obmann des Vereins. In diese Zeit fällt die Herausgabe des ersten österreichischen Sommelier-Guides (1994), die Organisation der österreichischen Ausscheidung für die Sommelier-WM in Japan (1995) und die Vorbereitung für die Sommelier-WM, die 1998 in Wien stattfinden sollte.

Im Jahr 1994 reisten Kellner und ich gemeinsam mit einer kleinen Reisegruppe von fachlich Interessierten nach Kalifornien, um eine Tagung der A.S.I. zu besuchen. Dort erfolgte nach meiner Erinnerung auch der Zuschlag für die WM der Sommeliers 1998 in Wien.

In diesem Jahr organisierten wir außerdem eine Präsentation hochkarätiger Rotweine bei der Messe Vinova:

Club de la Sommellerie

Der genannte Club war bei vielen angestellten Sommeliers nicht besonders beliebt, weil er nur aus den Chefs renommierter Restaurants bestand und keine Mitarbeiter dabei waren, die für die Betreuung am Tisch des Gastes zuständig waren.

Vor diesem Hintergrund entstand der Wiener Sommelierverein, maßgeblich beteiligt waren Karl Seiser, Hermann Mahringer und Leo Doppler. Der Verein wollte sich vom elitären Club de la Sommellerie absetzen (auch in der A.S.I. gab es damals lebhafte Diskussionen über das Verhältnis zwischen „Patron-Sommeliers“ und „Sommeliers“).

Wiener Sommelierverein

Ich gehörte zwar zur „Wirte-Fraktion“, aber ich war (und bin) der Meinung, dass die (angestellten) Sommeliers gute Argumente für eine eigene Vertretung hatten und haben und trat daher dem Wiener Sommelierverein bei. Gunter Farnleitner und Günter Reindl waren für einige Zeit Obleute des Vereines, die Sitzungen fanden meist im Schlossquadrat statt. In dieser Phase war ich nur im Hintergrund tätig. Erst 2003 übernahm ich die Funktion des Obmanns für ein paar Jahre, gemeinsam mit dem überaus engagierten Weinexperten Dr. Walter Kutscher als Vize. Es wurden unter anderem die Statuten an die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst.

WSOV

2003 wurde eine Studie über Wein und das Trinkverhalten von Lokalgästen erstellt.

Ergebnisbericht Wein

In dieser Zeit starteten wir eine Neuausrichtung der Ausbildung: Neben dem anspruchsvollen Diplomsommelier sollte es eine „abgespeckte“ Version geben, die „Wiener Sommelierkurs “ genannt wurde. Peter Pühringer, Eigentümer des neu sanierten Palais Coburg, unterstützte die Initiative und stellte Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung.

Wiener Sommelierkurs

Als Ergänzung entwickelte ich gemeinsam mit dem Chemiker Dr. Georg Michael Bauer die „Aromaschule“, ein Set von Riechproben, um Weinfehler erkennen und zuordnen zu lernen. Es gab damals schon ein Pendant, „Le Nez du Vin“ genannt, das sich auf die für einzelne Rebsorten typischen Düfte konzentrierte. Dieses Produkt war gut, es musste nicht neu erfunden werden. Aber in der Praxis der Weinkellnerei kam es immer öfter vor, dass ein Wein vom Gast als fehlerhaft bezeichnet wurde. Für die Mitarbeiter im Service war es daher wichtig, sich mit Weinfehlern besser auszukennen.

Aromaschule Flyer Weinfehler

Im Jahr 2005 schied ich als Obmann aus dem Wiener Sommelierverein aus, Josef Bitzinger vom Augustinerkeller wurde zum Nachfolger gewählt; Walter Kutscher setzte mit Erfolg seine Organisation von Verkostungen und Weinreisen und mit aufwendider Vernetzungsarbeit fort.

Destillata

Die Auseinandersetzung mit hochgeistigen Getränken beschäftigt mich, seitdem ich Anfang der 1990- er Jahre Mitglied der Jury für die Schnapsverkostung Destillata wurde. Wolfram Ortner hatte sie in Bad Kleinkirchheim gegründet. Nach den ersten Anfängen übersiedelte sie zur Messe Wien. Das nachstehende Foto ist auf einer Pressekonferenz im Messezentrum entstanden.

Seither wird die Destillata durch Wolfgang Lukas von der NÖ Landwirtschaftskammer umsichtig betreut und in der Weinbauschule Klosterneuburg veranstaltet. Mehr als zwanzig Jahre war ich mit dabei, teilweise in verantwortlicher Position, und habe nicht gezählt, wie viele Edelbrände ich in dieser Zeitspanne verkostet habe.

Für den Guide Gault Millau schrieb ich ab 1994 Texte über die besten Schnapsbrenner des Landes. Heute beobachte ich das Geschehen, wie es sich ohne mein Zutun weiterentwickelt.

Für die Nahversorgung in Margareten

Den größten zeitlichen Aufwand meines Vereinslebens nahmen die Margaretner Geschäftsstraßenvereine in Anspruch. Der erste davon, Verein der Kaufleute um den Margaretenplatz genannt, war von Gertrud Klaric vom Handelsgeschäft „Midinette“ gegründet worden; ich kam wenig später dazu. Über lange Zeit bildeten Klaric, Christian Klasan von der gleichnamigen Werbeagentur und ich ein effizientes Team, das mehr auf die Beine brachte als ähnlich organisierte Vereine in anderen Wiener Bezirken.

Im Kern ging und geht es dabei um die Förderung der Nahversorgung, um den Trafikanten ebenso wie ums Möbelhaus, um Friseur, Wirt und Krämer. Traditionsbewusste Geschäftsleute und junge Newcomer machen mit, und alle eint das Bestreben, trotz der großen Shoppingzentren an der Peripherie der Stadt im regionalen Umfeld überleben und gedeihen zu können. Seit einigen Jahren kommt der online-Handel als nächster Gegner hinzu –  die Zahl der leerstehenden Lokale möglichst klein zu halten, wird in Zukunft eine Herausforderung sein.

Im Bemühen um die Nahversorgung ging es mir nicht nur um klassische Werbung, sondern vor allem auch um die Identität jedes einzelnen Grätzels, um ein lebenswertes Umfeld für alle, die hier wohnen und arbeiten, und das Engagement für gemeinsame Ziele. Sie sind erreicht, wenn immer mehr Leute sagen: „Hier möchte ich gerne leben“.

So entstand um die Jahrtausendwende die Idee der 5er City als Kristallisationspunkt für den Margaretenplatz und sein Umfeld. Als erstes entstand ein Buch mit dem Titel „Geschichten aus Margareten“. Hier die Einleitung dazu:

Die Idee. Margareten, im September 2001.

Gertrude Klaric, Stefan Gergely und Werbechef Christian Klasan sitzen am Stammtisch des Silberwirt und grübeln über einem neuen Auftritt für die 5-er City, die Interessengemeinschaft der Kaufleute um den Margaretenplatz. Schließlich ist der Verein drauf und dran, sein hundertstes Mitglied feierlich zu begrüßen. „Da muß uns doch was Neues einfallen“, lautet die einhellige Meinung.

Plakate, Flugzettel, Hörfunkspots? Alles schon –zigfach dagewesen. Sie bringen Aufmerksamkeit für kurze Momente, aber vieles geht irgendwie unter. Vor allem das besondere Flair des Viertels um den Margaretenplatz, das geht zwischen den farbigen Logos fast immer unter.

„Machen wir doch ein Taschenbuch“, sagt Klasan plötzlich, mitten in die Ratlosigkeit hinein, „ein richtiges Buch, aber ohne klassische Werbung, sondern mit Geschichten zum Lesen, anregend, amüsant, sodaß auch ein Ottakringer oder ein Floridsdorfer seine Freude daran hat“.

Gertrude Klaric, die Obfrau, schaut ihren Vize Gergely an, der denkt kurz nach („schaffen wir das?“). Eine Minute später steht der Entschluß fest. Ja, wir machen’s. Und: Die „Geschichten aus Margareten“ müssen vor Weihnachten geschrieben, gedruckt und gebunden sein. Kurze Zeit später wird das Projekt den Unternehmern der 5-er City präsentiert. Zwei Dutzend entschließen sich auf Anhieb zum Mitmachen, 25 weitere lassen sich wenig später überzeugen.

Die Recherche. Bald zeigt sich, daß in der 5er City weit mehr interessante, wichtige Menschen leben und arbeiten, als allgemein bekannt ist. Man nimmt’s im Alltag offenbar nicht richtig wahr, daß beispielsweise eine Friederike Mayröcker, der eben erst der wichtigste deutsche Literaturpreis verliehen wurde, seit Jahrzehnten in der Margaretner Zentagasse lebt. Daß Bruno Kreisky und Hans Hölzl („Falco“) in Margareten zur Welt kamen. Daß BILLA-Gründer Karl Wlaschek seine Karriere mit einem Diskont-Laden in der Margaretenstraße startete.

Aber vor allem die Künstler. Von ihnen leben so viele hier, daß der fünfte Hieb eigentlich die Bezeichnung „erster Künstlerbezirk von Wien“ verdiente. Auch zahlreiche Prominente haben uns mitgeteilt, warum sie gerne in Margareten leben – Zitate daraus sind im ersten Teil dieses Buches zu lesen.

Schon nach kurzer Recherche wird auch klar, daß selbst ein Buch mit zweihundert Seiten nur einen kleinen Teil der Geschichten faßt, die aus und über Margareten zu erzählen sind. Drum steht „Band 1“ auf dem Titelblatt – in der Hoffnung, daß nach dem zweiten Band auch noch Lust auf einen dritten aufkommen möge. Denn wer zum Beispiel bedenkt, daß von den 260 gastronomischen Lokalen in Margareten nur um die zehn, wenngleich die wichtigsten, in diesem Buch beschrieben sind, der erkennt unmittelbar, daß der Stoff nicht so bald ausgehen dürfte.

Vorausgesetzt freilich, daß Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser, Gefallen an diesem Werk finden und es weiter empfehlen (worum wir jeden von Ihnen herzlich bitten).

Die Bilder. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, sagt ein altes Sprichwort. Was für ein Glück, daß es ein Team von angesehenen Fotografen in Margareten gibt, die in den letzten Jahren an die sechstausend Portraits angefertigt haben. Sie sollen demnächst als Buch „Die vielen Gesichter Österreichs“ erscheinen. Eine eindrucksvolle Vorschau liefert eine Bildstrecke mit den vielen Gesichtern Margaretens, die im Mittelteil des Buches zu bestaunen sind.

Die Geschäfte. Der zweite, umfangreichere Teil dieses Taschenbuches ist jenen gewidmet, die Tag für Tag in Margareten arbeiten, kochen, zimmern, planen, malen, reparieren, tanzen. Die Angebote der 5-er City sind so vielfältig wie die Gesichter dieses Bezirks. In einprägsamen, teils persönlichen Geschichten wird erzählt, was sich hinter den Schaufenster und Fassaden abspielt, wer, wo, was und wann unternommen hat, um Unternehmer zu werden. Da sind Stories dabei, die Gusto auf Margareten machen, denn hier lebt man nicht nur gut, hier läßt sich auch gut Einkaufen, Essen und Trinken,  Entspannung finden, Neues entdecken.

Der Dank. Finanziert wird dieses Werk von den Unternehmern der 5-er City, vom Marketingbüro der Wiener Einkaufsstraßen und der Wiener Wirtschaftskammer. Ihnen allen sind wir zu großem Dank verpflichtet. Christian Klasan und sein Team, unter ihnen vor allem Gudrun Kirchert, haben Tage und Nächte und Wochenenden ihr Bestes gegeben, sodaß das Buch tatsächlich noch vor Weihnachten 2001 fertig werden kann. Rotraud Jungbauer vom Schloßquadrat-Büro sei für aufwendige Recherchen gedankt. Den Autoren und Fotografen sagen wir für die vielen schönen Stimmungsbilder aus Margareten ein herzliches Dankeschön!

Margareten, im November 2001

Gertrude Klaric | Stefan M. Gergely

Den Geschichten aus Margareten folgten zahlreiche weitere Initiativen. Jedes Jahr fand vor dem Muttertag ein Kakteenfest statt. Bei einem der zahlreichen Feste am Margaretenplatz wurde ein Whirlpool ausgestellt, auch die Margaretner Handballer waren zugegen – sie hatten hinter meinem Rücken einen Streich verabredet, wie nachstehendes Bild belegt.
Kurz bevor sie mich ins Pool warfen, konnte ich gerade noch mein Handy ins Trockene bringen:

Das folgende Foto zeigt (von rechts nach links): Kurt Wimmer (damals Bezirksvorsteher, mit obligater Margerite im Knopfloch), Magier Tony Rei, Obfrau Gertrud Klaric, Walter Nettig (Präsident der Wirtschaftskammer Wien) und Stefan Gergely. Die gute Stimmung war nicht nur fürs Foto.

Und jedes Jahr war aufs Neue Aktionismus angesagt. 2011 kamen Oldtimer-TRaktoren aus dem Burgenland angereist und leiferten tonnenweise Kürbisse zum Margaretenplatz:

Nicht wenige Geschäftsleute bemängelten, dass sich die Aktionen auf den Margaretenplatz beschränkten. Warum fände nichts in der Kettenbrückengasse oder in der Arbeitergasse statt? Früher hatte es einen erfolgreichen Verein namens „Schau rein“ auf der Reinprechtsdorferstraße gegeben, aber der war nicht mehr aktiv, Versuche zur Neubelebung scheiterten über viele Jahre hinweg.

So wurden nach und nach weitere Vereine in Margareten gegründet: Friseur Werner Pranz engagierte sich ab dem Jahr 2010 für die Kettenbrückengasse und die Wienzeile, der Verein Margareten Mitte erweiterte das Umfeld bis zur Wiedner Hauptstraße und Johanna Toman ergänzte das Bezirksensemble ab 2013 mit dem Verein Margareten West.

Im Laufe der Jahre fanden Foto- und Kreativwettbewerbe, Straßen- und Kakteenfeste, Flohmärkte und zahlreiche andere Events und Aktionen statt, es erschienen ein Jahreskalender mit Werken Margaretner Künstlerinnen und Künstler, ein Einkaufsguide für den ganzen Bezirk und erregten mehrere Bücher aus und über Margareten viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit – darunter ein Krimi „Schön tot“, ein Kinderbuch „Unterirdisch schön“ und eine reich bebilderte Entdeckungsreise durch Margareten. Mehrmals im Jahr informiert die Zeitschrift „Five is Life“ über Events und Neueröffnungen in den Grätzeln des innerstädtischen Bezirks.

 

Am 1. April 2015 feierte ich meinen Pensionsantritt am Würstelstand an der Albertina und fand, dass es Zeit für einen „Schichtwechsel“ ist, sowohl in den gastronomischen Lokalen im Schlossquadrat als auch in den Geschäftsstraßenvereinen. Neben den oben erwähnten Obleuten Johanna Toman und Werner Pranz sind Angelika Wenzler-Göth und Stefan Grünbeck für die Geschäftsstraßenvereine in Margareten verantwortlich (siehe www.wienmargaraten.at). Ihnen bleibe ich einstweilen noch als Rechnungsprüfer erhalten.

Für Natur- und Artenschutz

Die Pension wird oft auch Ruhestand genannt. Aber ich weiß nicht so recht, was das ist. Seit dem Jahr 2013 bauen Reinhard Adelsberger und ich ein Refugium auf, Gut Guntrams genannt. Die Villa mit gut drei Hektar Landwirtschaft habe ich von der Mutter geerbt und viel schöne Zeit in meiner Kindheit und Jugend dort verbracht. Heute merke ich, welches Ausmaß an Artenvielfalt seit damals verloren gegangen ist.

Daher ist es gut und richtig, wenn ich  mich für Natur- und Artenschutz engagiere. Diese Motivation bewirkte zuerst die Gründung des Vereins Arche Guntrams im Jahr 2016. Ein paar Jahre später wurde eine gemeinnützige GmbH daraus. 2021 gründete ich die Bundesstiftung für Natur- und Artenschutz.

Die Zukunft wird weisen, was den neuen Unternehmungen gelingt. Eine Fortsetzung des Berichts  ist geplant.

Nachstehend das Logo der Arche Guntrams gemeinnützige GmbH: